RCD Typen Tabelle: FI Typ A, B, F und AC Vergleich

Vergleich der RCD-Typen AC, A, F, B und B+: Einsatzbereiche, Auslöseströme und Auswahlhilfe für die fachliche Vorplanung.

Kurzantwort: RCD Typen Tabelle für Typ A, Typ F und Typ B

RCD Typ A ist der Standard für viele Haushaltsstromkreise, Typ F passt zu Geräten mit Frequenzumrichter, und Typ B erkennt zusätzlich glatte Gleichfehlerströme, etwa bei PV- oder bestimmten Ladeanwendungen. Typ AC gilt in Deutschland für neue Anlagen nicht mehr als üblicher Standard.

Ein FI-Schutzschalter (RCD) überwacht den Differenzstrom zwischen Hin- und Rückleiter. Die Typen unterscheiden sich darin, welche Fehlerstromarten sie erkennen können.

RCD-Typen im Vergleich

TypErkenntEinsatzbereichStatus
Typ AC
Wechselfehlerstrom
Rein sinusförmige WechselfehlerströmeNur noch selten / nicht mehr nach VDE 0100 empfohlenVeraltet
Typ A
Pulsierender Gleichfehlerstrom
Sinusförmige Wechselfehlerströme + pulsierende GleichfehlerströmeStandard für Haushalt, Steckdosen, Licht, Küche, BadStandard
Typ F
Mischfrequenz-Fehlerstrom
Typ A + Fehlerströme aus Frequenzumrichtern (bis 1 kHz)Waschmaschine, Spülmaschine, Wallbox 11kW, Wärmepumpe, Klimaanlage mit InverterEmpfohlen
Typ B
Allstromsensitiv
Typ F + glatte Gleichfehlerströme (DC)Wallbox 22kW, PV-Anlage ohne Trafo, Medizintechnik, IndustrieDC-Anwendung
Typ B+
Hochfrequenz-Allstrom
Typ B + Fehlerströme bis 20 kHzSpezielle Industrieanwendungen, USV-Anlagen, MedizintechnikSpezial

Typ-Details

Typ APulsierender Gleichfehlerstrom

Standard
Erkennt:

Sinusförmige Wechselfehlerströme + pulsierende Gleichfehlerströme

Einordnung / Empfehlung:

Mindest-Standard nach VDE 0100-410 für alle Neuinstallationen

Typische Anwendung: Standard für Haushalt, Steckdosen, Licht, Küche, Bad

Typ FMischfrequenz-Fehlerstrom

Empfohlen
Erkennt:

Typ A + Fehlerströme aus Frequenzumrichtern (bis 1 kHz)

Einordnung / Empfehlung:

Empfohlen für Geräte mit Frequenzumrichter (VDE 0100-530)

Typische Anwendung: Waschmaschine, Spülmaschine, Wallbox 11kW, Wärmepumpe, Klimaanlage mit Inverter

Typ BAllstromsensitiv

DC-Anwendung
Erkennt:

Typ F + glatte Gleichfehlerströme (DC)

Einordnung / Empfehlung:

Bei DC-Ladestationen ohne DC-Fehlerstromsensor projektbezogen prüfen

Typische Anwendung: Wallbox 22kW, PV-Anlage ohne Trafo, Medizintechnik, Industrie

Typ B+Hochfrequenz-Allstrom

Spezial
Erkennt:

Typ B + Fehlerströme bis 20 kHz

Einordnung / Empfehlung:

Spezielle Einsatzgebiete nach DIN VDE 0100-410

Typische Anwendung: Spezielle Industrieanwendungen, USV-Anlagen, Medizintechnik

Auslöseströme (IΔn)

AuslösestromEinsatzzweckNorm
10 mAMedizintechnik (Herzschutz)DIN VDE 0100-710
30 mAPersonenschutz — Standard für Haushalt, Bad, AußenVDE 0100-410
100 mABrandschutz in GewerbeanlagenVDE 0100-420
300 mABrandschutz, Gebäudeschutz (Unterverteilung)VDE 0100-420
500 mASelektiver Haupt-FI (TT-Netz)VDE 0100-530

Entscheidungshilfe: Welcher FI-Schalter?

1

Einsatzbereich prüfen

Klären Sie, welche Geräte an dem Stromkreis betrieben werden (Haushalt, Wärmepumpe, Wallbox) und ob DC-Fehlerströme entstehen können.

2

Auslösestrom festlegen

Wählen Sie 30mA für Personenschutz (Wohnbereich, Bad, Steckdosen) oder 300mA für den Brandschutz (Gesamtabschaltung, Holzbauweise).

3

RCD Typ bestimmen

Typ A für den Standard-Haushalt, Typ F für Frequenzumrichter (Waschmaschine) oder Typ B für DC-Anlagen ohne galvanische Trennung.

4

Selektivität beachten

Falls ein Haupt-FI verbaut wird, muss dieser zwingend als "selektiv" (G/S) ausgeführt sein und mind. den 3-fachen Auslösestrom besitzen.

FI-Schutzschalter für Wallbox

11 kW Wallbox

RCD Typ A + integrierter 6mA DC-Sensor
→ Oder:RCD Typ F (empfohlen)
→ Absicherung: B16 (3-polig)
→ Kabel: NYM-J 5×2,5 mm²

22 kW Wallbox

RCD Typ B (empfohlen)
→ Oder: RCD Typ A + 6mA DC-Sensor
→ Absicherung: B32 (3-polig)
→ Kabel: NYM-J 5×6 mm²
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Häufige Fragen zum FI-Schutzschalter

Was ist der Unterschied zwischen FI Typ A und Typ B?

Typ A erkennt sinusförmige und pulsierende Gleichfehlerströme und ist Standard für viele Haushaltsstromkreise. Typ B erkennt zusätzlich glatte Gleichfehlerströme (DC) und wird bei Wallboxen ohne integrierten DC-Fehlerstromsensor sowie bei bestimmten PV-Anlagen projektbezogen geprüft.

Welcher FI-Schutzschalter für Wallbox?

Für eine 11-kW-Wallbox: mindestens RCD Typ A + integrierter DC-Fehlerstromsensor (6mA). Alternativ RCD Typ F oder Typ B. Für eine 22-kW-Wallbox: RCD Typ B wird empfohlen. Viele hochwertige Wallboxen haben den DC-Sensor bereits integriert.

Wann wird ein FI-Schutzschalter benötigt?

RCDs mit 30 mA werden in vielen Wohn- und Außenbereichen gefordert oder als Standard vorgesehen, zum Beispiel für Steckdosenkreise, Bad und Außeninstallationen. Typ und Auslösestrom müssen zur Anlage und Anwendung fachlich geprüft werden.

Wichtige Hinweise

  • • FI-Schutzschaltermonatlich testen — Prüftaste am RCD drücken
  • • Selektivität beachten: vorgeschalteter RCD muss verzögert auslösen
  • • RCD schütztnicht vor Kurzschluss oder Überlast — dafür ist der Leitungsschutzschalter zuständig
  • • Installation nur durcheingetragene Elektrofachbetriebe

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