Tageslichtquotient berechnen
Was ist der Tageslichtquotient, wie berechnet man ihn, und welche Mindestwerte gelten nach DIN EN 17037? Formel, Einflussfaktoren und Beispiel.
1. Was ist der Tageslichtquotient? (Die Formel)
DerTageslichtquotient (D) beschreibt das Verhältnis der Beleuchtungsstärke im Innenraum zur gleichzeitigen Beleuchtungsstärke im Freien. Er ist ein dimensionsloses Maß für die Tageslichtversorgung eines Raumes.
Formel-Parameter:
- D = Tageslichtquotient in %
- E_i = Beleuchtungsstärke innen (lx)
- E_a = Beleuchtungsstärke außen (lx)
*Gemessen bei bedecktem Himmel (CIE-Standard). In Deutschland entspricht E_a meist ca. 15.000 lx.
Zusammensetzung in der Planung:
- D_H = Direkter Himmelsanteil (Fenster)
- D_A = Außenreflexion (Gebäude gegenüber)
- D_I = Innenreflexion (Helle Wände/Boden)
Mindestwerte nach DIN EN 17037
| Empfehlung | D Median | D Minimum | Lux Median | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Minimum | 2,0% | 0,7% | 300 lx | Ausreichend, Kunstlicht nötig |
| Mittel | 4,0% | 1,4% | 500 lx | Gute Tageslichtversorgung |
| Hoch | 6,0% | 2,1% | 750 lx | Sehr gute Versorgung |
Einflussfaktoren
Fensterfläche
Größere Fenster = höherer D. Faustregel: Fensterfläche ≥ 20% der Bodenfläche für D ≥ 2%.
Raumtiefe
D sinkt stark mit zunehmender Raumtiefe. Ab 2× Fensterhöhe fällt D unter 1%.
Verschattung
Gegenüberliegende Gebäude, Bäume, Vordächer reduzieren den Himmelsanteil erheblich.
Verglasung
Lichttransmission (τ): Einfachglas ~90%, 2-fach ~80%, 3-fach ~70%. Sonnenschutzglas ~40–60%.
Reflexionsgrade
Helle Oberflächen (Wand 80%, Decke 80%) verbessern DI. Dunkle Möbel verschlechtern D.
Fensterposition
Hohe Fenster bringen Licht tiefer in den Raum. Oberlicht ist ~3× effektiver als Seitenlicht.
Schritt-für-Schritt: Tageslicht berechnen
Fenster- und Raumfläche ermitteln
Berechnen Sie die reale lichtdurchlässige Fläche der Fenster (Glas ohne Rahmen) und die Grundrissfläche des Raumes in m².
Verglasung und Verschattung prüfen
Bestimmen Sie die Lichttransmission der Scheiben (z.B. 0,8 für 2-fach Glas) und berücksichtigen Sie die Bebauung vor dem Fenster, die den Himmelsanteil verdeckt.
Faustformel anwenden
Für eine erste Schätzung teilen Sie die reine Fensterfläche durch die Grundfläche und multiplizieren Sie mit der Transmission und eventuellen Korrekturfaktoren.
Ergebnis auswerten
Vergleichen Sie das Ergebnis mit den Vorgaben der DIN EN 17037. Für Büros ist ein D-Wert von mindestens 2% kritisch, um Ermüdung vorzubeugen.
Rechenbeispiel: Schätzung per Faustformel
Büroraum: 4×5m, Fenster 2×1,5m
K = Korrekturfaktor (~2,0 für seitliches Fenster ohne Verschattung). Exakte Berechnung erfordert Lichtplanungssoftware (DIALux/Relux).
Häufige Fragen zum Tageslichtquotienten
Was ist ein guter Tageslichtquotient?
Nach DIN EN 17037 gilt ein medianer Tageslichtquotient von 2% als Minimum, 4% als gut und 6% als sehr gut. In Büros sollte er mindestens 2% betragen, damit an einem typischen Wintertag genügend Tageslicht vorhanden ist und weniger Kunstlicht benötigt wird.
Wie misst man den Tageslichtquotienten?
Man misst gleichzeitig die Beleuchtungsstärke innen (Ei) und außen (Ea) bei bedecktem Himmel. Der Quotient D = (Ei / Ea) × 100% ergibt den Tageslichtquotienten. Für die Planung wird eine Simulation mit Software wie DIALux oder Relux durchgeführt, die Fensterfläche, Raumgeometrie und Reflexionsgrade berücksichtigt.
Wie groß müssen Fenster für gutes Tageslicht sein?
Als Faustregel: Die Fensterfläche sollte mindestens 20% der Bodenfläche betragen, um einen Tageslichtquotienten von ca. 2% zu erreichen. Bei tiefen Räumen (> 6m) oder verschatteten Lagen sind größere Fenster oder Oberlichter nötig.
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