Elektroinstallation Neubau: Checkliste & Planung

Die Elektroinstallation ist das Nervensystem Ihres Hauses. Fehler in der Planung lassen sich nachträglich nur teuer korrigieren. Dieser Guide zeigt Ihnen alle Schritte von den Installationszonen über die Mindestausstattung bis zur Wallbox-Vorbereitung.Stand: Februar 2026

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Installationszonen: Kabel nur in definierten Zonen verlegen (DIN 18015-3)
  • Mindestausstattung: RAL-RG 678 definiert drei Ausstattungswerte (1–3 Sterne)
  • FI-Schutz: 30 mA Pflicht für alle Steckdosenkreise
  • Wallbox: Leerrohr und 6 mm² Zuleitung vorbereiten

Inhaltsverzeichnis

1. Installationszonen nach DIN

NachDIN 18015-3 dürfen Leitungen in Wänden und Decken nur in definierten Zonen verlegt werden. So kann man später gefahrlos bohren:

Waagerechte Zonen

  • 30 cm über dem Fußboden (Unterkante)
  • 30 cm unter der Decke (Oberkante)
  • 100 cm über dem Fußboden (Mittelzone)

Senkrechte Zonen

  • 15 cm neben Türzargen
  • 15 cm neben Fensterecken
  • 15 cm neben Raumecken

2. Raum-für-Raum Planung

Empfohlene Mindestausstattung pro Raum (orientiert an RAL-RG 678, Ausstattungswert 2):

RaumSteckdosenLichtkreiseBesonderes
Wohnzimmer (25 m²)8–102–3 KreiseTV-Anschluss, Dimmer, Jalousie
Küche (15 m²)10–142 KreiseHerd (400V), Spülmaschine, Kühlschrank je eigene Leitung
Schlafzimmer (18 m²)6–81–2 KreiseWechselschaltung, USB am Bett
Bad (10 m²)3–42 KreiseFI-Schutz Pflicht, IP44/IP65 Zonen, Spiegelsteckdose
Kinderzimmer (14 m²)6–81–2 KreiseSchreibtischzone, Kindersicherung
Flur / Eingang2–41–2 KreiseWechsel-/Kreuzschaltung, Bewegungsmelder
Keller / Technik4–61 KreisWaschmaschine, Trockner (je eigene Leitung)
Garage2–41 KreisWallbox-Vorbereitung (6 mm²!)
Außenbereich2–41 KreisIP65, FI-Schutz, Garten-Steckdosen

3. Sicherungskasten / Verteiler

Ein typischer Einfamilienhaus-Verteiler benötigt mindestens:

Pflicht-Absicherung

  • FI/RCD 30 mA für alle Steckdosen (Pflicht!)
  • Überspannungsschutz (Typ 2, seit 2016 Pflicht)
  • LS-Schalter je Stromkreis (B16 Standard)
  • Hauptschalter (3-polig, vor dem Zähler)

Empfehlung: Reserveplätze

  • 30% Reserve im Verteiler für spätere Erweiterung
  • Wallbox-Vorbereitung (FI Typ A oder Typ B)
  • PV-Vorbereitung (Platz für Einspeise-LS)
  • Smart Home (Platz für Aktoren)

4. Checkliste für Bauherren

Planungsphase

  • Raumplan mit Steckdosen/Schalter zeichnen
  • Installationszonen markieren
  • Sonderleitungen planen (Herd, Wallbox, PV)
  • Ausstattungswert festlegen (1–3 Sterne)

Rohbauphase

  • Leerrohre setzen (Wand + Decke)
  • Unterverteilung Standort festlegen
  • Erdung / Fundamenterder einbauen
  • Netzwerkkabel miteinfädeln (Cat 7)

Ausbauphase

  • Kabel einziehen und anklemmen
  • Steckdosen und Schalter montieren
  • Verteiler bestücken und beschriften
  • FI/RCD-Test durchführen

Abnahme

  • VDE-Prüfprotokoll vom Elektriker
  • Installationsplan dokumentieren
  • Sicherungsplan erstellen
  • Fotos vor Verschließen der Wände

5. Häufige Fragen

Was kostet die Elektroinstallation im Neubau?

Richtwert:3–5% der Bausumme. Für ein Einfamilienhaus ca. 15.000–30.000 € je nach Ausstattungswert und Sonderwünschen (Smart Home, Wallbox, PV-Vorbereitung).

Wie viele Steckdosen braucht man im Neubau?

Nach RAL-RG 678 (Ausstattungswert 2): ca.50–80 Steckdosen für ein Einfamilienhaus. Empfehlung: Lieber 20% mehr einplanen — Steckdosen nachrüsten ist deutlich teurer als gleich mehr vorzusehen.

Soll ich Leerrohre für die Wallbox vorsehen?

Unbedingt ja. Ein Leerrohr (M32) vom Verteiler zur Garage kostet beim Neubau ca. 50–100 €. Eine nachträgliche Wallbox-Installation ohne Leerrohr kann leicht 1.000–2.000 € kosten. Gleich6 mm² Kupfer mit einziehen.

6. Alle Werkzeuge & Ressourcen